Feuer und Flamme

8Nach der Lehre als Tiefbauzeichner habe ich acht Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Mit der Zeit konnte ich eigene Baustellen betreuen und kleinere Bauleitungen übernehmen. Nach 7 Jahren reduzierte ich meine Festanstellung auf 50% um nachmittags in einem Reisebüro für Tauchreisen einsteigen zu können. Am Abend und am Wochenende habe ich vereinzelt in der dazugehörigen Beachbar in der Gastronomie gearbeitet.

Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Während der Studienzeit habe ich als Präses der Jungwacht gearbeitet; ein 10 % Job, der das Coaching des Leiterteams während des Jahres und die Begleitung im Sommerlager beinhaltete.

Als langjähriger Jungwächter und später Jungewachtleiter habe ich schon immer gerne mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet. Ihnen Sachen beibringen, «etwas» mit auf den Weg geben, das war für mich schon immer etwas Zentrales. Als es darum ging, welchen beruflichen Weg ich einschlagen würde, hatte mein Vater etwas dagegen, dass ich mich für das Kindergartenseminar bewerben will. Ich solle etwas richtiges Lernen.

Wichtige Entscheidungen im Klassenlager

Als ich vor Jahren mit meiner jetzigen Frau in einem Klassenlager war, wurde mir mein anfänglicher Wunsch, mit Kindern zu arbeiten, wieder geweckt und ich habe mich an der PH Zug für einen Platz im Vorkurs angemeldet.

Ich schätze die Freiheiten in meinem Beruf als Lehrer. Die eigene Woche zu planen unabhängig von «Büroblockzeiten», flexibel meine Vorbereitungszeit einzuteilen, immer wieder die Fortschritte bei den Schülerinnen und Schülern zu sehen, Vielfalt im Unterrichten und die Möglichkeit verschiedene Methoden anzuwenden, das alles schätze ich sehr.

Elternarbeit als Primarlehrer UND Vater

Auch die Zusammenarbeit mit den Eltern ist für mich immer wieder spannend – insbesondere, da ich momentan in der gleichen Rolle wie die Eltern meiner Schülerinnen und Schülern bin. Zwei meiner drei Kinder sind im Kindergarten und die Ängste, Probleme, Bedenken und auch Vorurteile, welche Eltern der Schule gegenüber haben, sind mir vertraut und lassen mich meine Arbeit auch immer aus einer anderen Perspektive erleben.

Speziell die Arbeit mit den Jungs kann ich anders umsetzen, weil ich viel Erfahrung aus der Jugendarbeit mitbringe. Buben ticken anders, sie haben andere Bedürfnisse als Mädchen. Auch der Kontakt mit Erwachsenen bzw. Eltern war in der Jungwacht wichtige Voraussetzung für die Zusammenarbeit, und so habe ich es auch im Beruf erlebt. Dort habe ich auch Teamfähigkeit und Konsensbildung eingeübt. Da ich in der Ausbildung schon etwas älter war, hatte ich als Lehrperson gewisse Vorteile. Die Erfahrung in der Freiwilligenarbeit möchte ich nicht missen. Ich konnte in vielen Kontexten, z.B. beim Aufbau der Studentenorganisation an der PH Zug oder heute bei Aufgaben in der Schulentwicklung, von diesen Erfahrungen profitieren.

Da meine Frau auch Primarlehrerin ist, ist die Schule ein ständiges Thema bei uns zuhause. Das hat Gutes und weniger Gutes. Aber auf jeden Fall bin ich Feuer und Flamme für den Lehrberuf.

Thomas Schuler, Primarlehrer in Hünenberg, ehemals Student der PH Zug

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